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Erster Tarifabschluss für Holz- und Kunststoffindustrie

20.10.2021 − 

In der dritten Verhandlungsrunde im Tarifgebiet Niedersachsen am 18. Oktober haben sich die IG Metall und die Arbeitgeberseite auf den bundesweit ersten Tarifabschluss für die Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie geeinigt. Demnach erhöhen sich die Löhne und Gehälter ab April 2022 um 2,7 % und ab April 2023 um weitere 2,2 %. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. November 2023. Spätestens mit der Februar-Abrechnung im kommenden Jahr erhalten die Beschäftigten zudem eine Corona-Prämie von 385 € netto. Teilzeitkräfte erhalten diese Prämie anteilig. Die Ausbildungsvergütung steigt je nach Ausbildungsjahr um 30 € bis 50 €. Auch die Auszubildenden erhalten eine Corona-Prämie von 200 € netto. Der vor Beginn der Tarifverhandlungen einseitig von der IG Metall gekündigte Demografie-Tarifvertrag, der unter anderem Regelungen zur Altersteilzeit und der betrieblichen Gesundheitsförderung enthält, wird fortgeführt. Hier erhöht sich der Arbeitgeberbeitrag 2022 um 150 € auf 450 € je Arbeitnehmer. 2023 wird der Betrag um weitere 150 € pro Beschäftigtem angehoben, so dass sich der Demografiefond in den kommenden zwei Jahren verdoppeln wird. Ab 2025 wird der Betrag mit jeder Tariferhöhung angepasst.

Die IG Metall hatte ursprünglich eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 4,5 %, eine überproportionale Anhebung der Ausbildungsvergütung sowie eine Aufstockung des Demografiefonds um 450 € auf 750 € gefordert. Die Arbeitgeber haben in dem zuerst in der Region Westfalen-Lippe am 7. September vorgelegten und später in anderen Tarifgebieten übernommenen Angebot eine Anhebung der Löhne und Gehälter um 1,2 % ab März 2022 sowie eine weitere, für ein Jahr geltende Erhöhung um 1,3 % ab März 2023 vorgeschlagen. Damit hätte sich eine Laufzeit bis Februar 2024 ergeben. Den Demografie-Tarifvertrag wollte die Arbeitgeberseite ursprünglich nicht wieder neu auflegen.

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