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Großflächige Möbelhäuser bleiben weiter geschlossen

16.04.2020 − 

Die Bundesregierung und die Regierungen der einzelnen Bundesländer haben gestern über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten und sich unter anderem auf die Öffnung von Geschäften mit einer Verkaufsfläche unter 800 m² geeinigt. Darüber hinaus dürfen auch Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen wieder öffnen. Dabei müssen Auflagen zur Hygiene, Zutrittssteuerung und Vermeidung von Warteschlangen beachtet werden. Zu der erhofften Ausnahmeregelung für den großflächigen Möbelhandel ist es nicht gekommen.

Im Vorfeld der Entscheidung hatten sich der Handelsverband Möbel und Küchen (BVDM) und der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in einem gemeinsamen Schreiben an den Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gewandt und unter anderem auf eine Ungleichbehandlung des Möbelhandels gegenüber den weiterhin geöffneten Bau- und Gartenmärkten hingewiesen. In dem vom 7. April datierten Brief, der von den jeweiligen Präsidenten Hans Strothoff (BVDM) und Michael Stiehl (VDM) unterzeichnet wurde, verweisen die Verbände auf die im Möbel- und Küchenhandel vergleichsweise großzügigen Verkaufsflächen und die im Verhältnis zur Fläche relativ niedrige Besucherzahl. Daraus ergebe sich eine geringere Kontakthäufigkeit als dies zum Beispiel in Baumärkten der Fall sei. Durch eine strikte Begrenzung der Kundenzahlen und die zusätzliche Umsetzung von Hygienemaßnahmen könne der Schutz von Mitarbeitern und Kunden sichergestellt und damit ein geordnetes Wiederanlaufen des Möbel- und Küchenhandels und der Möbelindustrie gewährleistet werden. Nach Ansicht der beiden Verbände sei es nur schwer nachvollziehbar, weshalb Baumärkte geöffnet haben dürfen, während Küchenstudios und Einrichtungshäuser mit deutlich weniger Publikumsverkehr geschlossen bleiben müssten.

Am 30. April wollen der Bund und die Länder das Infektionsgeschehen sowie die wirtschaftliche und soziale Lage in Deutschland erneut bewerten. Weitere Maßnahmen bzw. Lockerungen könnten dann ab dem 4. Mai beschlossen werden.

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