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HDH befürchtet Einbruch der Großbritannien-Exporte

19.02.2019 − 

Bei einem harten Brexit ohne Abkommen hält der HDH im laufenden Jahr einen Rückgang der deutschen Holz- und Möbelexporte nach Großbritannien um bis zu 25 % für möglich. Bezogen auf die im vergangenen Jahr erreichten knapp 1,050 Mrd € würde damit ein Exportvolumen von bis zu 270 Mio € wegfallen.

Laut der vom HDH auf Basis von Zahlen des Statistischen Bundesamtes erstellten Außenhandelsstatistik haben sich die am 23. Juni 2016 getroffene Brexit-Entscheidung und die nachfolgenden Diskussionen bereits in den letzten beiden Jahren in einem Rückgang der Exportzahlen niedergeschlagen. Nach einem kontinuierlichen Anstieg von 2010 bis 2016 waren die Exporte im Jahr 2017 um 2,2 % auf 1,112 Mrd € zurückgegangen. Die Exporte von Holzprodukten lagen mit 406,9 Mio € noch leicht über dem Vorjahresniveau, während die Möbelexporte um 4,6 % auf 704,8 Mio € nachgegeben hatten. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres sind sie um 7,8 % auf 518,2 Mio € zurückgegangen. Als Grund für diesen Rückgang führte der HDH vor allem den Wertverlust des britischen Pfundes gegenüber dem Euro und die daraus resultierende Verteuerung der Importprodukte an.

In dem Mitte Februar veröffentlichten Überblick über die Auswirkungen des Brexit für die deutsche Holz- und Möbelindustrie geht der HDH auch auf die Konsequenzen für Unternehmen ein, die in größerem Umfang nach Großbritannien exportieren. Der Brexit wird nach Einschätzung des HDH in fast allen Bereichen zu Mehrkosten führen. Als Beispiele werden die Wiedereinführung von Zollkontrollen, der Wegfall des Umsatzsteuer-Erstattungssystems, höhere Kosten für Warenkreditversicherungen, höhere Logistikkosten sowie zusätzliche Aufwendungen für geänderte Ursprungsregeln genannt. In diesem Zusammenhang führt der HDH vor allem die aus dem Brexit resultierende Änderung der Sorgfaltspflichtregelung nach der EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) und Änderungen bei den FLEGT-Lizenzen an.

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