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Möbelindustrie nutzt verstärkt Selektivvermarktung

16.08.2013 − 

Hersteller aus dem Hausgeräte- und Möbelsegment beschränken immer mehr den Internethandel ihrer Produkte durch die Einführung von so genannten Selektivvermarktungskonzepten. Zum 1. September startet zum Beispiel der Hausgerätehersteller Fagor mit dem neu gestalteten „AktivPartner“-Konzept für den deutschen Fachhandel. Das Konzept basiert auf Exklusivmodellen, deren Vermarktung über das Internet ausgeschlossen ist. Auch der Hausgerätehersteller Miele und der Polstermöbelhersteller Rolf Benz nutzen Verkaufsbeschränkungen im E-Commerce. Weitere Besipiele sind die Wöstmann-Gruppe mit der Selektivkollektion „Witnova“ und die Willi Schillig Polstermöbelwerke mit der Kollektion „Black Label by Willi Schillig“ ein, die ebenfalls selektiv vermarktet werden und die Internetvermarktung ausschließen. In erster Linie geben Hersteller für die Einführung solcher selektiven Vertriebssysteme an, dass dadurch die Aufwendungen des Fachhandels für Warenpräsentation, Werbemaßnahmen, Service- und Beratungsleistungen unterstützt und honoriert sowie die Fachhandelsbindung gestärkt werden sollen. Allerdings bieten die selektiven Vertriebssysteme den Herstellern auch Vorteile wie eine fehlende Vergleichbarkeit der Exklusivmodelle und Eigenmarken mit Wettbewerbsprodukten, insbesondere im Hinblick auf die Preisgestaltung. Hersteller wollen also auch einem Preis- bzw. Imageverfall ihrer Produkte durch solche Einschränkungen entgegenwirken. Unter bestimmten Voraussetzungen sind solche selektiven Vertriebssysteme zulässig. Es kommt im Einzelfall immer auf die konkrete Gestaltung der Vertriebsvereinbarungen an, die der Hersteller seinen Händlern als Vertragsgrundlage vorlegt. Verkaufsbeschränkungen durch Hersteller im E-Commerce nehmen branchenübergreifend zu. Für den Online-Handel in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien wurde im Juli daher eine Petition für freien und fairen Handel im E-Commerce gestartet. Auch der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) unterstützt die Petition, hinter der die bereits im April von Oliver Prothmann gegründete Initiative von Online-Händlern „Choice in eCommerce“ steht. Mit der Petition machen sich Online-Händler gegen Verkaufsbeschränkungen von Herstellern im Internethandel stark. In den ersten zwei Wochen konnten bereits rund 5.000 Unterschriften gesammelt werden.

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