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Kartellbehörde belegt Hausgerätehersteller mit Bußgeld

07.12.2018 − 

Die französische Kartellbehörde Autorité de la concurrence hat sechs Hausgerätehersteller in Frankreich wegen unrechtmäßiger Preisabsprachen mit einem Bußgeld von insgesamt 189 Mio € belegt. Wie die Behörde gestern mitgeteilt hat, sind davon die Unternehmen BSH, Candy Hoover, Eberhardt Frères als Vertriebspartner von Liebherr-Hausgeräten, Electrolux, Indesit und Whirlpool betroffen. Zusammen entfiel auf diese Unternehmen 2012 ein Marktanteil von 70 %. Ihnen wird vorgeworfen, zwischen September 2006 und Januar 2007 sowie zwischen Mai 2008 und April 2009 Absprachen über die unverbindliche Preisempfehlung für den Handel getroffen zu haben. Zwischen Mai und September 2009 sollen sie sich zudem, mit Ausnahme von Electrolux, über Konditionen für Küchenhändler geeinigt haben, mit dem Ziel die Kosten der Händler für die Ausstellung ihrer Geräte zu senken.

Der Austausch zur Preisgestaltung wurde laut der französischen Behörde von oberster Ebene der betroffenen Unternehmen organisiert und hat am Rande von Terminen des Elektrogeräteverbandes GIFAM oder während geheimer Treffen in verschiedenen Restaurants unweit der GIFAM-Zentrale in Paris stattgefunden.

Nach Ansicht der Kartellbehörde haben die Preisempfehlungen der Hersteller bzw. Vertriebsgesellschaften letztendlich zu einer Anpassung der Einkaufspreise für Händler geführt. Diese Praktiken haben zudem laut den 2013 eingeleiteten Untersuchungen die Hausgerätepreise für Verbraucher beeinträchtigt. Während die Effekte durch die Verhandlungsmacht der Händler und den zunehmenden Wettbewerb durch asiatische Konkurrenten wie Samsung oder LG abgemildert wurden, haben die Absprachen laut der Behörde doch dazu geführt, dass der allgemeine Abwärtstrend der Preise im Hausgerätemarkt gedrosselt wurde. Keines der beschuldigten Unternehmen hat die Vorwürfe der Kartellbehörde bestritten. Ihre jeweiligen Geldstrafen wurden daher reduziert.

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