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Skepsis in der deutschen Holz-/Möbelindustrie nimmt zu

02.11.2020 − 

Trotz der derzeit in den meisten Bereichen positiven Entwicklung haben sich die Erwartungen der deutschen Holzindustrie über die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten im Oktober wieder eingetrübt. Vor dem Hintergrund der sich wieder verschärfenden Corona-Krise gehen die meisten Teilbranchen für die nächsten sechs Monate von einer Verschlechterung aus. Nur in der Holzwerkstoffindustrie wird weiterhin mit einer Verbesserung gerechnet. Die Holzindustrie insgesamt kommt damit laut der vom HDH ausgewerteten Konjunkturumfrage des Münchner ifo-Instituts im Oktober auf einen Prognosewert von +5,4 Punkten, gegen-über +14,8 Punkten im September. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage hat sich im Oktober dagegen nochmals leicht verbessert, von +14,1 Punkte im September auf +19,8 Punkte. Damit fiel sie zum sechsten Mal in Folge positiv aus.

Die aktuelle Geschäftslage wird von den einzelnen Bereichen der Holzindustrie allerdings sehr unterschiedlich eingeschätzt. Holzfertigbau (+90,6 Punkte), baunaher Bereich (+74,5 Punkte), Holzwerkstoffindustrie (+57,9 Punkte) und Sägeindustrie (+45,3 Punkte) haben sich auch im Oktober sehr positiv geäußert. In der Möbelindustrie (-4,1 Punkte) und im Bereich Holzverpackungen (-26,1 Punkte) fielen die Einschätzungen dagegen eher negativ aus. Diese aus der Konjunkturumfrage des ifo-Instituts abgeleiteten Bewertungen lassen sich im Fall der Möbelindustrie aber nicht mit direkten Aussagen von zahlreichen Möbelherstellern in Einklang bringen, die aktuell über einen sehr guten Geschäftsverlauf, hohe Auslastung und lange Lieferzeiten berichten.

Das Geschäftsklima wurde in der gesamten Holzindustrie im Oktober mit +12,5 Punkten bewertet, was einem Rückgang von -2,2 % Punkten gegenüber den für September gemeldeten +14,7 Punkten entspricht. Damit schneidet die Holzindustrie weiterhin deutlich besser ab als gesamte verarbeitende Gewerbe in Deutschland, für das das ifo-Institut nur +1,6 % Punkte ermittelt hat. Die deutlich bessere Konjunktureinschätzung der Holzindustrie ist laut HDH in erster Linie auf die dort größere Bedeutung des weiterhin relativ gut laufenden Inlandsgeschäfts zurückzuführen.

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