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Migros leitet Verkaufsprozess für mehrere Töchter ein

28.06.2019 − 

Die Schweizer Migros-Gruppe will sich verstärkt auf das strategische Kerngeschäft und den Onlinehandel konzentrieren und hat in diesem Zusammenhang Verkaufsprozesse für die Tochtergesellschaften Globus, Gries Deco Gruppe („Depot“), Interio und m-way eingeleitet. Die regelmäßig intern durchgeführte Portfolio-Überprüfung hat ergeben, dass die Synergien mit dem Kerngeschäft inzwischen eher gering sind und die genannten Unternehmen außerhalb der Migros-Gruppe bessere Entwicklungschancen hätten. Die künftig durch die Veräußerungen freigesetzten Mittel will Migros in die strategischen Geschäftsfelder investieren. Die Gruppe ist in den Segmenten genossenschaftlicher Einzelhandel, Handel, Industrie- & Großhandel, Finanzdienstleistungen und Reisen aktiv, wobei der genossenschaftliche Einzelhandel das umsatzstärkste strategische Geschäftsfeld darstellt.

Das Handelsunternehmen für Möbel- und Wohnaccessoires Interio mit insgesamt elf Filialen in der Schweiz hat sich nach Angaben von Migros nicht wie geplant entwickelt. Die Filialen verfügten innerhalb der Gruppe zudem nicht über die kritische Größe für eine nachhaltige Entwicklung. Im Jahresabschluss 2018 hat Migros den Umsatz von Interio nur zusammen mit der Möbelvertriebsschiene Micasa, dem Sportartikelanbieter SportXX, dem Elektronikfachmarkt melectronics und den Baumärkten Do it + Garden und OBI ausgewiesen. Bei einem Plus von 9,6 % wurden insgesamt 1,774 Mrd sfr erwirtschaftet. Ohne Berücksichtigung von Interio lag der Zuwachs bei 1,0 %. 2017 lag der separat für Interio ausgewiesene Umsatz bei 154 Mio sfr und damit um 8,1 % unter Vorjahr. Wie Migros weiter mitgeteilt hat, wird das Interio Wohncenter in Emmen bis spätestens Ende März 2020 geschlossen. Der dort bestehende Mietvertrag läuft zu diesem Zeitpunkt aus; ein wirtschaftlicher Betrieb im örtlichen Mietverhältnis sei nicht möglich. Von den Schließungsplänen sind 23 Mitarbeiter betroffen.

Die Gries Deco Gruppe, die sich seit 2012 mehrheitlich im Besitz des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) befindet, ist abseits des Migros-Kerngeschäfts mit ihren Filialen der Vertriebsschiene „Depot“ sowie online überwiegend außerhalb der Schweiz aktiv und weise dort auch Wachstumspotzenzial auf. Insbesondere in Deutschland und Österreich hätte sich die Gruppe in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. 2018 musste das Unternehmen in Euro jedoch einen knapp unter dem Vorjahresniveau liegenden Umsatz von 481 Mio € (-0,6 %) hinnehmen, während der Umsatz in der Berichtswährung um 2,5 % auf 554 Mio sfr gestiegen ist.

Das 2010 gegründete Tochterunternehmen m-way, ein E-bike-Anbieter, hat im vergangenen Jahr 40 Mio sfr umgesetzt und damit das Vorjahresniveau erreicht. Das sich seit 1997 im Mehrheitsbesitz des MGB befindende Warenhaus Globus hat sich in den vergangenen zwei Jahren verstärkt in Richtung Luxus-Segment ausgerichtet und weist damit laut Migros zunehmend weniger Synergien innerhalb der Gruppe auf.

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