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Villeroy & Boch unterbricht Produktion an fünf Standorten

23.03.2020 − 

Die Villeroy & Boch AG hat sich mit dem Betriebsrat darauf geeinigt, Teile der europäischen Produktion für den Zeitraum bis Ende April zu unterbrechen. Das Unternehmen reagiert damit auf die weitere Ausbreitung des Coronavirus und die in diesem Zusammenhang getroffenen behördlichen Maßnahmen. Die Unterbrechung betrifft zunächst die Standorte in Deutschland (Mettlach, Merzig, Torgau und Treuchtlingen) sowie das Werk im französischen Valence d’Agen. In Merzig und Torgau werden Produkte für den Bereich Tischkultur, in Mettlach und Valence d’Agen Sanitärkeramikprodukte und in Treuchtlingen Badmöbel hergestellt.

Über eine Verlängerung der Maßnahme sowie weitergehende Schritte, die gegebenenfalls auch die Unterbrechung des Betriebs in anderen Produktionsstätten und ausgewählten Verwaltungsbereichen umfassen könnten, soll abhängig von der weiteren Entwicklung entschieden werden.

Laut einer Unternehmensmitteilung vom 20. März sind die Lieferketten bislang intakt und die Lagerbestände ausreichend hoch, um trotz der Produktionsunterbrechung an bestimmten Standorten die normalen Bedarfsverläufe in den nächsten Wochen abzudecken. Mit den jetzt ergriffenen Maßnahmen bereitet sich Villeroy & Boch nach eigenen Angaben jedoch auf eine vorübergehend geringere Nachfrage vor. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Geschäftsentwicklung lassen sich derzeit nicht verlässlich beziffern. Der Vorstand geht allerdings davon aus, dass der Umsatz und das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr unterhalb der bisherigen Prognose liegen werden. Bislang war Villeroy & Boch von einem leichten Wachstum beim Umsatz und EBIT ausgegangen. Im Geschäftsjahr 2019 war der Umsatz um 2,3 % auf 833,3 Mio € gesunken. Das EBIT hatte sich im vergangenen Jahr mit 103,4 Mio € nahezu verdoppelt. Grund hierfür war ein Sonderertrag in Höhe von 52,4 Mio €, der maßgeblich aus dem Verkauf einer ehemaligen Werksimmobilie in Luxemburg resultierte. Bereinigt um diesen Effekt wurde der Vorjahreswert mit 51,0 Mio € um 2,6 Mio € verfehlt.

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