Esprit: Auch Alno und Puris von Strategiewechsel betroffen

Nachdem der Esprit-Konzern bereits im November bekannt gegeben hatte, den Lizenzvertrag mit der zur Steinhoff-Gruppe gehörenden Home Collection GmbH zum 30. Juni 2012 zu beenden, hat am 13. Dezember auch der Fußbodenhersteller Parador angekündigt, die im dritten Quartal 2009 vereinbarte Lizenz Ende 2012 auslaufen zu lassen. Hintergrund ist eine aktuelle Entscheidung des Esprit-Vorstands, das Esprit Home-Lizenzgeschäft neu auszurichten. In diesem Zusammenhang sollen Lizenzen, die nicht dem Bereich Mode und Lifestyle zuzurechnen sind, nur noch bis zum Ende der Vertragslaufzeit weitergeführt und dann nicht mehr verlängert werden. Davon betroffen sind auch die Bereiche Küche und Bad, wie der Esprit CEO Ronald Van der Vis in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa sagte. Esprit will in Zukunft sein Angebotsprogramm für Esprit Home auf textilnahe Sortimente konzentrieren.

Im Bereich Küche und Bad bestehen Lizenzen mit dem Badmöbelhersteller Puris, dem Küchenmöbelkonzern Alno und dem Armaturenhersteller Kludi. Laut Puris-Geschäftsführer Georg Billert werden die Esprit-Badmöbel im gesamten Jahr 2012 noch im Handel erhältlich sein. Darüber hinausgehend führt Puris zurzeit noch Gespräche mit Esprit, damit durch eine Verlängerung genügend Zeit für einen Übergang gewonnen werden kann. Adaptionen der stärksten Modelle, die Entwicklungen von Puris sind, sollen laut Billert auch nach dem Auslaufen der Lizenzvereinbarung weiter geführt werden. Das Lizenzthema hat sich für Puris in den vergangenen sechs Jahren nach Unternehmensangaben sehr erfolgreich entwickelt.
Von der Alno-Gruppe, die eine Esprit Home-Lizenz im September 2010 abgeschlossen hatte, liegt zurzeit noch keine Stellungnahme vor. Alno hatte die Esprit-Küche während der Kölner Living Kitchen im Januar 2011 vorgestellt und nach eigenen Angaben besser platziert als erwartet. Mit der Auslieferung wurde Mitte des Jahres begonnen. Preislich ist die Marke Esprit zwischen Alno und Wellmann angesiedelt. Nachdem zunächst vorgesehen war, die Esprit-Küchenmöbel am Standort Enger der Tochtergesellschaft Wellmann zu produzieren, wurde Anfang April angekündigt, dass die Fertigung nun doch in Pfullendorf stattfinden soll. Die Produkte aus Pfullendorf und Enger basieren seit der Umstellung der Marke Wellmann im Herbst 2010 auf demselben Raster von 130 mm. Die erste, in Köln vorgestellte Esprit-Kollektion umfasst die sieben Programme „E_Lite“, (Melaminoberfläche), „E_ssence“ (Matt-folienoberfläche), „E_Lexa“ (Schichtstoffoberflä-che), „E_xellent“ (Hochglanzfolienoberfläche), „E_lation“ (Mattlackoberfläche), „E_nvogue“ (Hochglanzlackoberfläche) und „E_volution“ (Hochglanzlackoberfläche, grifflos). Die Elektrogeräte können vom Endverbraucher im Handel frei gewählt werden.

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