Möbelexporte um fast 12 % unter Vorjahresniveau

Der Wert der deutschen Möbelausfuhren ist im ersten Halbjahr um 11,9 % auf 3,3 Mrd € gesunken. Laut den heute vom VDM in Köln vorgestellten Außenhandelszahlen mussten vor dem Hintergrund der Corona-Krise für nahezu alle europäischen Exportmärkte Rückgänge ausgewiesen werden. Lediglich die wertmäßigen Lieferungen in die Schweiz haben sich um 4,6 % auf 516,7 Mio € erhöht. Das Land hat damit Frankreich als wichtigsten Exportmarkt abgelöst. Die Ausfuhren nach Frankreich haben im Gegenzug um 18,2 % auf 476,5 Mio € abgenommen. Auch die Exporte in den an dritter Stelle der Statistik rangierenden österreichischen Markt haben zweistellig um 15,9 % auf 392,5 Mio € nachgegeben. Das Gleiche gilt für Belgien (-12,9 % auf 193,4 Mio €) und Großbritannien (-19,4 % auf 183,2 Mio €). Im britischen Markt machen sich bereits seit geraumer Zeit die negativen Auswirkungen des zum 31. Januar erfolgten Brexits bemerkbar. So sind die deutschen Möbelausfuhren nach Großbritannien zwischen 2016 und 2019 bereits um etwa 11 % gesunken. Laut VDM hat die Corona-Krise die rückläufige Tendenz in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres noch verstärkt. Aufgrund des nach wie vor fehlenden Konsenses über die zukünftige Ausgestaltung der Handelsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien geht der VDM hier in naher Zukunft nicht von einer fundamentalen Verbesserung aus.

Die drei wichtigsten außereuropäischen Exportmärkte der deutschen Möbelindustrie haben sich per Ende Juni uneinheitlich entwickelt. Während sich China vergleichsweise zügig von der Corona-Krise erholt hat und die Lieferungen in das Land um 1,9 % gesteigert werden konnten, musste für Russland ein Minus von 9,4 % ausgewiesen werden. Die wertmäßigen Lieferungen in die USA haben noch etwas stärker um 10,3 % abgenommen.
Die deutschen Möbelimporte sind im ersten Halbjahr um 8,4 % auf knapp 3,9 Mrd € gesunken. Hier standen deutlichen Rückgängen bei den Einfuhren aus Polen (-12,6 % auf 1,1 Mrd €) und Italien (-16,5 % auf 170,3 Mio €) zweistellige Zuwächse zum Beispiel bei den Bezügen aus Vietnam (+11,5 5 auf 136,7 Mio €) und Rumänien (+15,1 auf 113,9 Mio €) gegenüber.
Zum Jahresbeginn hat der VDM die Erhebungsmethodik der auf Basis von Zahlen des Statistischen Bundesamtes erstellten Außenhandelsstatistik angepasst. So werden seit Anfang 2020 Teile für Sitzmöbel sowie Teile für Automobil- und Flugzeugsitze nicht mehr berücksichtigt. Dadurch sollen Verzerrungen vermieden werden.

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